Bealtaine - das Feuerfest - soulimages by Katja Liedle Fotografie



Wenn sich Sonne und Erde vermählen
wird altes Feuer gelöscht
und neues entzündet
Geister und Feen sind auf Seelensuche
Schützt uns die Liebe?


Bealtaine ist nach Samhain das wohl wichtigste Jahresfest der Kelten. Es ist das Fest, an dem sich Sonne und Erde vermählen. Das Fest wurde in der Nacht vom 30. April zum 1. Mai gefeiert und gehörte zu den Feuerfesten wie auch Samhain, Lughnasadh und Imbolc. Bealtaine bedeutet so viel wie "helles Feuer".

Bealtaine gilt als Beginn des Sommers, Im Mai hatte die Sonne schon viel Kraft gewonnen, es wurde warm und die Tage waren bereits lang und hell, die Natur grünte und blühte überall. Die Vögel waren zurück, bauten ihre Nester und paarten sich. Das erste Obst und Gemüse wurde reif und das Vieh konnte wieder auf die saftig frischen, grünen Sommerweiden getrieben werden. Es war eine hoffnungsvolle Zeit. Wichtigster Bestandteil der Bealtaine-Feiern waren große Feuer. Große Holzstapel wurden aufgeschichtet und angezündet. Zuvor wurden alle Herdfeuer gelöscht und mit dem Bealtaine-Feuer sozusagen ein neues Feuer entzündet, das alles Alte verbrannte. Die jungen Leute tanzten beschwingt und ungehemmt um das Feuer. Wenn später das Feuer heruntergebrannt war, trieb man zur rituellen Reinigung das Vieh hindurch. Das sollte Krankheiten und Unglück von den Tieren fernhalten.  Oft wurden auch Sträuße aus gelben  Frühlingsblüten an den Ställen und teilweise sogar an den Schwänzen der Tiere angebracht, als Symbol für das Feuer und damit als Schutz gegen schlechte Einflüsse. Auch Weißdornbüsche, die zu dieser Zeit blühen, spielen eine wichtige Rolle, sie wurden oft mit bunten Stofffetzen geschmückt. Außerdem besuchte man zu dieser Zeit heilige Quellen, denn wo Wasser aus dem Boden kommt befand sich laut keltischem Glauben ein Übergang zwischen Ober- und Unterwelt.

Aber nicht nur die Natur erneuerte sich und blühte auf, auch in den jungen Menschen wurden die Gefühle und die Liebe wach. In der Nacht des Bealtaine-Festes war es möglich und üblich, dass sich einfach zwei junge Menschen an der Hand nahmen und in den Wiesen und Wäldern verschwanden und dort liebten.  Bealtaine ist eine Zeit, in der die Grenze zur Welt der Feen, der Tuatha de Dannan besonders dünn und durchlässig ist.  Wer an Bealtaine unter einem Baum sitzt, kann vielleicht die Königin der Feen auf Ihrem weißen Pferd vorbei reiten sehen. Doch Vorsicht! Nur wer wegsieht, bleibt unbehelligt - doch wer ihr ins Angesicht schaut, könnte von ihr ausgewählt werden, sie ins Feenland zu begleiten...


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