Der Wald als Lebensspender - soulimages by Katja Liedle Fotografie



Gott des Waldes
schnitze Liebe in mich
damit ich die Schöpfung ehre und schütze

Gott des Waldes
leite mich an achtsam zu sein
ein Leben lang

Gott des Waldes
gib die Kraft in die Welt
zur Versöhnung


Der Wald und sein Schöpfergott

Als die Vorfahren der Māori in Neuseeland ankamen, mussten sie feststellen, dass es sich sehr von ihrer tropischen polynesischen Heimat unterschied. Sie waren in erster Linie Seefahrer gewesen, aber auf diesen größeren, kälteren Inseln mussten sie auch etwas über den Wald wissen.

Den Wald zu verstehen war lebenswichtig. So fand Tane, der Gott des Waldes, einen wichtigen Platz im Stammesbewusstsein und in den Traditionen. Die Menschen entwickelten Ehrfurcht vor und Wissen über te waonui-a-Tāne - den großen Wald von Tāne.

Die Māori verehren den Wald wegen seiner Schönheit und seiner spirituellen Präsenz. Er versorgt sie großzügig mit Nahrungsmitteln, Medikamenten, Web- und Baumaterialien. Je nach Bedeutungszusammenhang gibt es viele Māori-Worte, die „Wald“ bedeuten.

Tāne

Der Gott Tāne schuf die Wälder, als er seine Eltern, Ranginui (der Himmelsvater) und Papatūānuku (die Erdmutter) voneinander trennte und Licht in die Welt brachte. Als Tāne Mahuta ist er der Gott des Waldes und herrscht über seine Pflanzen und Vögel. Als Tanenui-a-rangi ist er der Schöpfer des ersten Menschen. Er schmückte die Himmel mit Wolken und brachte die Körbe des Wissens, der Weisheit und des Verstandes vom Himmel herab zu den Menschen. Als Tāne-te-wānanga ist er Überbringer des Wissens und als Tānenui-a-rangi Überbringer des höheren Bewusstseins.

Der Wald ist also ein entschiedender Faktor nicht nur im materiellen, sondern auch im spirituellen Leben der Maori.

Mit den Bäumen und Farnen kleidete Tāne-Mahuta nach der Trennung der Ureltern seine Mutter Papa. Er bedeckte die fast die gesamte Oberfläche der Erde auf diese Weise, und als der Mensch sich auf dem Antlitz dieser Welt ausbreitete, kleidete dieses weiche schützende Gewand aus Wald den größten Teil des Landes.

Der Wald ist Te Wao-tapu-nui-a-Tāne (der große heilige Wald von Tāne), die Bäume des Waldes sind Tane-Mahutas Kinder.

Bäume im Wald

Bäume im Wald werden als Repräsentanten von Tāne-mahuta gesehen und erheben sich, um Erde und Himmel getrennt zu halten. Tāne, der Baum, trägt den Himmel und bringt Licht in die Welt. Das weitverbreitete Fällen von Wäldern in Neuseeland im 19. und 20. Jahrhundert war katastrophal für die traditionelle Weltanschauung der Stämme, die im Wald lebten - es war, als ob der Himmel auf die Erde fiele und die Welt in die Dunkelheit hüllte.

Ein geheimnisvolles Volk

In der Tradition der Maori gibt es vielfältige Geschichten über die Patupaiarehe, ein kleines Volk, das die Wälder und Berge Neuseelands bereits lange vor den Maori bewohnte. Menschen können sie selten erblicken, aber an trüben, nassen oder nebligen Tagen hörte man sie auf den mit Busch bewachsenen Hügeln reden, singen und Flöte spielen. Wenn man sich ihnen näherte, zogen sie sich in einen anderen Teil des Waldes zurück und wurden nicht mehr gesehen.



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