Bäume - soulimages by Katja Liedle Fotografie

Neue Baumarten

Eukalyptusbäume mit Ihrer attraktiven Rinde (s. erstes Bild) sind nicht einheimisch, sondern wurden ab Mitte des 19. Jh. aus Australien gebracht und angesiedelt, unter anderem wegen der Qualität des Holzes und ihrer medizinischen Eigenschaften, aber auch weil der Raubbau an den einheimischen Wäldern die Baumbestände derart dezimiert hatte, dass eine Aufforstung erforderlich war.


Ursprung der Bäume

Die Rinde der Bäume ist Te kiri-o-Tāne (die Haut des Herrn der Wälder). Te riu-o-Tāne (der hohle Stamm von Tāne) ist das Wort für einen Einbaum, das traditionelle Kanu der Maori, das aus einem ausgehöhlten Baumstamm besteht.

Als Schöpfer und personifizierte Form der Bäume ist der Gott Tane, der „Fruchtbarmacher“, als Tane-mahuta und Tane-te-waotu bekannt. Die Entstehung der Bäume war keine Absicht seitens Tane und seiner göttlichen Brüder, sondern das Ergebnis ihres Unwissens über die wahre Natur des weiblichen Elements. Als Tane und seine zahlreichen Brüder nach einem weiblichen Wesen suchten, das den ira tangata (menschliches Leben, sterblicher Mensch) hervorbringen könnte, suchten sie weit und breit ohne Erfolg.

 Tane verband sich dann mit verschiedenen weiblichen Mächten oder Wesen in der Hoffnung, eine Frau zu zeugen, die als Mutter für die menschliche Rasse der Zukunft dienen könnte. Aber Tane schaffte es nicht, den ira tangata auf diese Weise zu erschaffen, da diese verschiedenen weiblichen Wesen nichts als Bäume und andere Pflanzen hervorbrachten, die allerdings eine wichtige Nahrungsquelle und Lebensgrundlage darstellten.

- Mumuhanga gebar den Totara-Baum (Kanubau).

- Te Puwhakahara brachte die Maire- und Puriri-Bäume (Bauholz, schwer entflammbar) hervor,

- Tukapua wurde die Mutter der Tawai oder Südbuche (Rinde zum Gerben von Leder).

- Hinewaoriki gebar die Kahika (essbare Früchte, Pigment zum Färben von Kleidung, Bauholz) oder Weißkiefer und Matai-Bäume (Holz für Gefäße und Schnitzarbeiten)

- Mangonui brachte die Tawa- (essbare Früchte, gutes Brennholz) und Hinau-Bäume zur Welt,

- Ruru-Tangiakau brachte die Ake- (Holz für Waffen) und Kahikatoa (Manuka)-Bäume hervor

- Punga war die Mutter der Kotukutuku (Baumfuchsie, Früchte essbar, Saft kann zu Tinte verarbeitet werden)- und Patate-Bäume und auch allen Insekten

Der Puahou-Baum (Panax arboretum) und die Paonanga (Clematis) sollen aus der Vereinigung zweier Sterne, Rehua (Antares) und Puanga (Rigel) entstanden sein.

Respekt für die Bäume

Der Respekt für Tānes Wald und seine Bäume drückte sich in bestimmten Tikanga (Bräuchen) aus. Ihre Bedeutung spiegelt sich in der Geschichte von Rātā wider. Rātā ging in den Wald, fällte einen Baum und begann,  aus ihm ein Kanu zu bauen. Als er am nächsten Tag zurückkehrte, um seine Aufgabe fortzusetzen, stand der Baum auf wundersame Weise in seiner ursprünglichen Position. Er fällte ihn erneut und machte sich an die Arbeit, aber das Gleiche geschah am nächsten Tag und am Tag darauf. Schließlich versteckte sich Rātā hinter einem Busch und sah nun, wie die Hakuturi (Waldwächter in Form von Vögeln, Insekten und anderem Leben) den Baum wieder einpflanzten. Als er sie fragte, warum sie das taten, sagten sie ihm, dass er die entsprechenden Riten nicht durchgeführt habe. Das tat er daraufhin und die Hakuturi gaben den Baum frei.

Symbolik von Bäumen und Pflanzen

In der traditionellen Weltanschauung der Māori waren Pflanzen und Tiere reich an Bedeutung. Die verschiedenen Höhen, Umfänge und andere Merkmale der Bäume deuten auf die Vielfalt der menschlichen Gestalt hin. Kinder wurden nach Bäumen, Pflanzen und Vögeln benannt, und die Charaktere der Menschen wurden mit Merkmalen des Waldes verglichen.



Powered by SmugMug Log In