Papatūānuku (Mutter Erde)

Mein Fleisch, meine Muskeln, Sehnen und Knorpel bestehen aus Fels, Granit, Schmutz, Schlamm, Stein, Sand und allem, was dicht und fest ist.

Meine Knochen sind versteinerte Bäume, Adern aus Granit, Gold, Silber, Kupfer und allen Edelmetallen, die von meinem Kern, vom Zentrum meines Wesens ausgehen.

Mein Blut besteht aus geschmolzener Lava, flüssigem Gestein, Wasser, kochendem Schlamm, nährendem Knochen und Fleisch, fließend durch ein Labyrinth starrer Venen.

Mein Atem ist Schwefel, Gas, Luft und Nebel, der durch unzählige Schichten verhärteter Haut sickert, eine Haut sich immer wieder regenerierenden Lebens. Leben für meine Kinder, meine Enkelkinder und die unzähligen Nachkommen, die von ihnen abstammen. Sie sind die Wälder, Pflanzen, Meere, Flüsse und Kreaturen, die mich kleiden. Sie sind meine wundersamen Mantel, der uns alle erhält.

Geboren aus der Erde

Papatūānuku (Die Wurzel des Wortes Papatūānuku ist Papa, was Basis oder Fundament bedeutet).ist eine kraftvolle Figur, da sie die Grundlage allen Lebens darstellt. Alle Dinge werden aus ihr geboren und, einschließlich der Menschheit, von ihr genährt. Viele Stammestraditionen bekräftigen die Geburt der Menschen aus der Erde. In der Hineahuone-Tradition wurde die erste Frau aus Ton in Kurawaka von Tāne, einem Sohn von Ranginui und Papatūānuku, gebildet. Ihr Name, Hine-ahuone, bedeutet aus Erde geformte Frau.

Das emotionale, intellektuelle und spirituelle Selbst der Menschen wird täglich aus dem Land geboren, und das Denken selbst entspringt dem Land.

Die Plazenta

Das Māori-Wort für Land, whenua, bedeutet auch Plazenta. Alles Leben wird aus dem Schoß von Papatūānuku unter dem Meer geboren. Die Inseln/Kontinente, die über Wasser liegen, sind Plazentas aus ihrem Schoß. Sie schwimmen und bilden Inseln.

Eine Plazenta begraben

Traditionell werden die Whenua (Plazenta) und Pito (Nabelschnur) von Neugeborenen an einem bedeutenden Ort begraben. Die Plazenta wird in einem speziell vorbereiteten Gefäß platziert und an einem bestimmten Ort vergraben. Diese Praxis verstärkt die Beziehung zwischen dem neugeborenen Kind und seinem Geburtsort.

Te pito - die Nabelschnur

Der Ort, an dem die Nabelschnur abgetrennt wurde, wird "te wāhi i kotia ai te pito" genannt. Dies ist ein Ort von besonderer Bedeutung für jede Person. Es ist der Ort, an dem sie in die Welt kommen, der Platz der ersten Reifung und das Fundament



Erde als Mauri (Lebenskraft)

Heiliger Boden, sowohl Sand als auch Erde, wurde oft als Mauri (heiliger Gegenstand, der Lebenskraft beinhaltet) verwendet. Ruawharo, ein Tohunga des Tākitimu-Kanus, landete in auf der Halbinsel Māhia bei Hawke’s Bay und legte ein kleines Päckchen mit Sand aus Hawaiki (mythischer Ursprungsort der Maori-Seefahrer) als Mauri für die Wale dort ab. Erde vom alten polynesischen Altar von der Insel Rangiatea wurde mit dem Mataatua-Kanu nach Neuseeland gebracht und in einem Garten namens Matirerau in Whakatane an der Ostküste der Nordinsel platziert.

Das Tainui-Kanu brachte ebenfalls heiligen Boden von Rangiātea. Er wurde von Hoturoa an Land gebracht und benutzt, um in Kāwia, ebenfalls an der Ostküste einen Altar zu bauen. Tūrongo, ein weiterer Ahne der Tainui brachte einen Teil der Erde nach Rangitoto in der Waikato-Region, wo er ebenfalls einen Altar errichtete. Als Ngāti Raukawa-Stamm nach Ōtaki auswanderte, vergruben sie etwas von der Erde als Mauri unter dem Altar ihrer neuen Kirche, die auch Rangiātea genannt wurde.


Powered by SmugMug Owner Log In

Original text