Das Meer - soulimages by Katja Liedle Fotografie
Haast Beach





Dich begehren
von der Dünung schwindlig werden
von den Wellen erschüttert schwanken
mich im Ozean verlieren
und in der Ebbe sterben


Das Meer als Lebensgrundlage

Das Meer konnte nährend, ruhig und erfrischend, stürmisch und männlich oder extrem gefährlich sein. Wasser wurde als eine Energie betrachtet, die unzählige Eigenschaften, Formen und Naturen besitzt. Es erhält das Leben, kann aber auch schreckliche Zerstörung bringen. Diese Energie mit all ihren Formen, Stimmungen und Ausdrücken heißt Tangaroa. Die geläufige Übersetzung, "Gott des Meeres", vermittelt seine Bedeutung nur oberflächlich.

Die Māori und ihre polynesischen Vorfahren sind seit vielen Generationen Inselvölker, so dass es nicht verwunderlich ist, dass Wasser, besonders das Meer, in ihrer Weltanschauung eine wichtige Rolle einnimmt. In einigen Traditionen werden die Tiefen der Ozeane als Ursprung und Quelle allen Lebens angesehen. Man geht davon aus, dass es sich bei den Inseln um Fische handelt, die aus dem Meer gezogen wurden, und man glaubt, dass sich die Anfänge der Menschen aus dem Wasser entwickelt haben.

Das Meer beherrschte das traditionelle Leben der Polynesier und Māori aus vielen praktischen Gründen. Es war eine wichtige Quelle für Nahrung und andere Ressourcen. Eine Reihe polynesischer Inseln wird einmal im Jahr vom Meer bedeckt, was dazu führt, dass die dort lebenden Menschen ihre Gewässer zugleich fürchten und verehren. Nachdem sich die Polynesier in Neuseeland niedergelassen hatten, konzentrierte sich das Leben weniger auf das Meer, es behielt aber sein Geheimnis und seine Macht.

Der Ozean ist bekannt als Moana Nui a Kiwa, der Große Ozean von Kiwa. Kiwas erste Frau war laut einiger Traditionen Parawhenuamea, Ahnin der Ströme, die vom Land zum Meer fließen und des Süßwassers im Allgemeinen. Kiwas zweite Frau war Hine-moana (das Meeresmädchen), eine Personifikation des Meeres. Sie ist die Mutter vieler Meereslebewesen.

Die Maori brachten grundsätzlich Opfer als Dank an die verantwortlichen Wasserwesen für eine sichere Überfahrt mit dem Kanu oder einen guten Fang (der erste Fisch gehörte immer Tangaroa)

Das Meer als Metapher

Manche der Metaphern, die mit dem Meer in Verbindung stehen, beziehen sich auf die Eigenschaften der damit verbundenen Götter, wie z.B. Tangaroa, der wütend am Land zerrt, um sich von dort seine Kinder (die Reptilien) zurückzuholen oder Tawhirimatea, der die Wellen aufwühlt, um seine Brüder zu strafen.


Huene
Dünung im Ozean > begehren


Amai
anderes Wort für Dünung im Ozean > schwindelig;

Aamaimai  > nervös


Kare
kleine Wellen > Gegenstand leidenschaftlicher Zuneigung, leidenschaftlich begehren, eifrig


Karekare
Brandung, Wellen > aufgeregt, verstört


Komingo
Strudel > verstört, aufgeregt


Taahurihuri
schwanken (wie ein Kanu im Meer) > beunruhigt, verloren


Tai
Das Meer > Ärger, Wut, Gewalt


Tai tamatane tamatane
Männlich, stark > Das Meer an der Westküste Neuseelands


Tai tamawahine /tamawahine
weiblich > Das Meer an der Ostküste Neuseelands


Taawhati
= Ebbe, abfließendes Wasser > sterben


toretore
rauhe See > rau, schlecht, unangenehm




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