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Rakau rangatira

Nah
das Ziel
sieht der Reisende
das weithin flammende Signal
Ankunftsglück

Bewacht
der Eingang zur heiligen Höhle
durch die Seelen wandern
Weltenwechsel

Tief
der Abstieg
über die Wurzeln
hinab in die Unterwelt
Seelenreise



Pohutukawa - "New Zealand Christmas Tree"

Der Eisenholzbaum blüht zur Weihnachtszeit - daher der Beiname Christmas Tree.

Verschiedene Maori-Legenden erzählen von Tawhaki, einem jungen Maori-Krieger, der in den Himmeln Hilfe suchen möchte, um den Tod seines Vaters zu rächen. Er verliert jedoch den Kampf gegen einen mächtigen Gott und stürzt auf die Erde zurück. Am nächsten Tag sehen die Menschen dort einen Puhutukawa Baum, dessen rote Blüten Tawhakis Blut symbolisieren.

Der wohl berühmteste Pōhutukawa in der Überlieferung der Maori ist ein kleiner windgepeitschter Baum, der sich in der Nähe von Cape Reinga auf der Nordinsel an eine Felswand klammert. Der 800 Jahre alte Baum soll den Eingang zu einer heiligen Höhle bewachen, durch die die Seelen ihren Weg in die nächste Welt gehen.

In der Mythologie der Māori ist dies der Ort, an dem Geister der Toten Neuseeland auf ihrer Reise nach Hawaiki, in die Heimat ihrer Vorfahren verlassen. Die Geister steigen die Wurzeln des Baumes unter dem Meer hinab und in die Unterwelt (Rēinga), um ihre Reise zu beginnen.

Bekannt für seine leuchtende Farbe und seine Fähigkeit, sogar auf felsigen, steilen Klippen zu überleben, hat Pohutukawa wegen seiner Stärke und Schönheit einen wichtigen Platz in der neuseeländischen Kultur gefunden und wird von den Maori als sogenannter „Hauptbaum“ (Rākau rangatira) betrachtet.

Es wird auch erzählt, dass der Gott der Bäume, Tane, den polynesischen Reisenden die karmesinrote Flamme des Pohutukawa als Signal gab, sodass sie schon aus der Ferne wussten, dass festes Land nahe war.

Verwendung des Baumes

Der Nektar aus den Blüten wurde von den Māori gesammelt und zur Behandlung von Halsschmerzen verwendet. Der Honig, der aus diesem Nektar hergestellt wird, ist blass und süß und Honig, der aus den Pollen gewonnen wird, ist weiß mit einem unverwechselbaren Geschmack. Er hat die Aufmerksamkeit von Königin Elizabeth II. auf sich gezogen, die angeblich jedes Jahr Pōhutukawa-Honig von der Insel Rangitoto bestellt. Sowohl Māori als auch Europäer verwendeten bei der Behandlung von Ruhr eine Abkochung aus der inneren Rinde des Baumes. Moderne chemische Analysen haben diese Wirkung bestätigt- die Rinde enthält nachweislich Ellagsäure, die wegen ihrer adstringierenden Eigenschaften bei Durchfall- und Ruhr-Behandlungen verwendet wird. Museumsstücke zeigen, dass das Holz von den Māori zur Herstellung verschiedener Gegenstände verwendet wurde, wie z.B. Paddel, Farnwurzelklopfer, Hämmer, Keulen und Waffen.

Auch die Europäer verwendeten später das gemusterte, dunkelrote Holz, das sehr hart ist. Es wurde als gutes Brennholz geschätzt, das eine kräftige heiße Flamme erzeugte und von europäischen Schiffbauern wegen seiner natürlichen Krümmungen und seiner Beständigkeit gegen den Schiffsbohrwurm ausgiebig genutzt.


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