Heiße Quellen - soulimages by Katja Liedle Fotografie



Die alte Heimat
verließ ich suchend
Wohin würde die Wanderschaft mich bringen?
Nach unwirklichen Pfaden entdeckte
ich Land und Eistod bringende Berge
fand Zuflucht und Wärme
in den Feuerquellen
Die alte Heimat
verließ ich suchend


Der Ursprung heißer Quellen und anderer geothermischer Phänomene

Der Hohepriester Ngatororangi, der aus der fernen Heimat Hawaiki nach Neuseeland gekommen war, um Land für seinen Stamm zu finden, reiste weit umher und gelangte schließlich ins Zentrum der Nordinsel. Von Motutere aus sah er Mount Tongariro in der Ferne und war entschlossen, ihn zu besteigen und das Land ringsum für sich und seine Familie in Besitz zu nehmen. Er wanderte zum Fuß des Berges in Rangipō. Es gab noch andere, wie z.B. den Kriegshäuptling Hape-ki-tūārangi, die Anspruch auf das dortige Land erhoben, aber Ngātoroirangi sprach mächtige Beschwörungsformeln, die Schnee und Hagel brachten, so dass Hape-ki-tūārangi und seine Anhänger elendig erfroren. Ironischerweise war es derselbe Schnee und Schneeregen, der beinahe Ngatororangis eigenes Leben forderte, als er den Berg bestieg. Er kämpfte mit Müdigkeit und Kälte und schaffte es mit Mühe bis zum Gipfel.

Er blickte über die Ebenen und nahm für seine Nachkommen das Land in Besitz, das jetzt das Territorium von Tūwharetoa ist. Weil er durch den Aufstieg und die Kälte geschwächt war, bat er seine Schwestern in Hawaiki, der fernen Heimat, ihm Feuer zu bringen, um ihn zu wärmen:

"Kuiwai e, Haungaroa e, ka riro au i te tonga, tukuna mai te ahi!" (O Kuiwai, O Haungaroa, ich werde vom kalten Wind des Südens ergriffen, schickt mir Feuer!).

Sie hörten seinen Ruf und machten sich auf den Weg um ihm das wärmende Feuer zu bringen. Ihre erste Station war Whakaari (White Island, eine Vulkaninsel in der Bay of Plenty) vor der Küste der Nordinsel, dann reisten sie Richtung Süden durch Kawerau, Rotorua, Waiotapu, Orakei Korako, Te Ohaaki, nach Taupo und nach Tongariro, wo die Hitze aus einem Krater auf dem Berg aufstieg. Wo immer die Schwestern sich auf der Suche nach Ngatoroirangi aufhielten, finden sich ihre Spuren in den vielen heißen Quellen, Geysiren und brodelnden Schlammtümpeln Neuseelands.

Die Oberflächenaktivität von geothermischen Gebieten wurde und wird von den Maori als ein Geschenk, eine von den Vorfahren ererbte Ressource, Taonga, geschätzt und vielfach genutzt, unter anderem zum Kochen.


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