Turangawaewae - Das Fundament - soulimages by Katja Liedle Fotografie





Fest stehen
Fuß um Fuß
auf Mutterboden
der mir die Farben eintätowiert
zum Schutz meines Lebens



Tūrangawaewae - Die Heimat als Fundament

Tūrangawaewae ist eines der bekanntesten und mächtigsten Konzepte der Maori-Kultur. Buchstäblich tūranga (Stehplatz), waewae (Füße), wird es oft als "ein Platz zum Stehen" übersetzt. Tūrangawaewae sind Orte, an denen wir besonders kraftvoll und verbunden sind. Sie sind unser Fundament, unser Platz in der Welt, unser Zuhause.

Viele Stämme identifizieren sich in Bezug auf ihre Berge, Flüsse und wichtige Vorfahren. Wenn Ngāti Porou sich vorstellen, sagen sie:

Ko Hikurangi te maunga
Ko Waiapu te awa
Ko Ngāti Porou te Iwi.

Hikurangi ist der Berg
Waiapu ist der Fluss
Ngāti Porou ist der Stamm.

Äußere Welt und innere Welt

Im Konzept von Tūrangawaewae spiegelt die äußere Welt ein inneres Gefühl von Sicherheit und Fundament wider. Die Berge, Flüsse und Wasserwege, zu denen man eine Beziehung hat, drücken dieses innere Gefühl des Gegründet Seins aus.

Kaupapa - das Land im Inneren

Kaupapa ist ein Art ethischer Plan, eine Reihe von Prinzipien und Ideen, die dem Verhalten und den Bräuchen der Menschen zugrunde liegen. Mana whenua (Autorität im Land) wird erreicht, wenn das innere Kaupapa einer Person mit dem äußeren Land im Gleichklang ist. Wenn die Beziehung zum Land verloren geht, kann auch das innere Gefühl der Sicherheit und des Fundaments verloren gehen.

Tangata whenua

Tangata whenua - buchstäblich, Menschen des Landes - sind diejenigen, die spirituelle Autorität an einem bestimmten Ort haben. Dies basiert auf ihrer tiefen Beziehung zu diesem Ort durch ihre eigene Geburt und die Geburt ihrer Vorfahren.

Mystische Beziehung zwischen Landschaft und Körper:
Taunaha whenua

Es gibt viele Beispiele, dass die Maori Merkmale der Landschaft mit dem menschlichen Körper identifizieren. Taunaha whenua ist ein Brauch, bei dem ein Häuptling Autorität über einen Ort beansprucht, indem er ihn nach einem seiner Körperteile benennt. Als Tamatekapua, Kapitän des Te Arawa-Kanus aus Polynesien, die Halbinsel Maketu sah, sagte er: "Te kūrae rā mō āku whakatipuranga. Ko te kūreitanga o taku ihu! "(Das Land, das wir vor uns sehen, werde ich für meine Nachkommen beanspruchen. Ich werde es die Nasenbrücke nennen!)

Der Häuptling Tia, der ebenfalls auf dem Kanu angekommen war, blickte auf Rangiuru und sagte: "Te toropuke i rigga ra, ahu mai ki ngma maunga nei, ko te takapu o Tapuika!" (Dieser kleine Hügel im Süden und das Land zwischen ihm und dem Berg dort hinten, soll der Bauch von Tapuika genannt werden!)

Der Ngāti Tūwharetoa-Häuptling Mananui Te Heuheu bestätigte seine Autorität über die Länder des Stammes und machte sie heilig, indem er sie mit seinem Körper gleichsetzte. Sein Enkel Tūreiti Te Heuheu erklärt: "Er manipulierte seinen Körper so, dass er sich über eine große Fläche ausbreitete. Einer seiner Schenkel war auf Tītī-o-kura, ein anderer auf Ōtāiri. Eine seiner Schultern war auf Partetaitonga, eine andere auf Tūhua. Sein Kopf war auf Tongariro und sein Körper lag auf Taupo. Dies geschah, um das Land zu heiligen und seine spirituelle Autorität an diesen Orten zu bestätigen".

Landverlust im 19. Jahrhundert

Viel Stammesland wurde im 19. Jahrhundert an weiße Siedler übereignet. Einige Stämme gaben bereitwillig etwas Land ab, generell wurde ihnen aber viel Land gegen ihren Willen genommen. Auf die neuseeländischen Kriege folgten Landbeschlagnahmungen, und der sogenannte Native Land Court erleichterte den Verkauf von Land, indem den Stämmen der gemeinsame Landbesitz entzogen und auf Einzelpersonen eingetragen wurde. Die einzelnen Iwi (Stämme) unternahmen viele Versuche, diesen Verlust aufzuhalten. Das Fällen von Wäldern und der Verlust von Land waren eine Katastrophe für ihre traditionelle Weltanschauung. Sie bedeuteten den Verlust von Fundament und Stabilität und des zentrierenden, nährenden Prinzips von Papatūānuku.


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